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Zur 88. Minute beim Spiel Hertha – Nürnberg (zu sehen hier, ab Minute 3:06):

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Ronnys »Bogenlampe« wehrte der Nürnberger Petrak auf der eigenen Torlinie mit der Hand zu Ramos ab, der den Ball anschließend ins Tor schoss. Schiedsrichter Weiner entschied zunächst auf Platzverweis gegen Petrak und Strafstoß für Hertha, nahm diese Entscheidung jedoch auf Intervention seines Assistenten wieder zurück und erkannte auf indirekten Freistoß für Nürnberg.

Der Grund: Bei Ronnys Schuss stand Ramos im Abseits – zunächst passiv, doch nach Ansicht des Assistenten kam es unmittelbar darauf zu einem Zweikampf zwischen Ramos und Nürnbergs Torwart Schäfer, als sich beide in Richtung Nürnberger Tor bewegten. Folgt man dieser Sichtweise, dann war eines der Kriterien für ein strafbares Abseits erfüllt. Da das Handspiel erst anschließend begangen wurde, war es nicht mehr zu bestrafen, auch nicht durch eine Gelbe Karte.

Bei der Beurteilung der Frage, ob es sich um einen Zweikampf zwischen Ramos und Schäfer gehandelt hat, kann man unterschiedlicher Meinung sein. Ramos kreuzte zwar Schäfers Weg, schien ihn aber nicht direkt anzugreifen bzw. in einen Zweikampf zu zwingen. Um es noch einmal zu sagen: Die bloße Behinderung, Täuschung oder Ablenkung genügt seit dieser Saison nicht mehr für ein aktives Abseits! (Dass der Ball für beide nicht direkt erreichbar war, spielt hier keine Rolle.)

Wenn man die Sichtweise teilt, dass es kein aktives Abseits war, hätte es tatsächlich einen Platzverweis und einen Strafstoß geben müssen. Auf Vorteil zu entscheiden und Ramos' Tor anzuerkennen, wäre übrigens nicht möglich gewesen. Denn Petraks Handspiel war eine Torabwehraktion zu einem im Abseits stehenden Spieler, und dadurch hätte die Abseitsstellung wieder aufgelebt – trotz der Tatsache, dass die Torabwehraktion an sich »illegal« war.

Regeltechnisch ist eine viel kompliziertere Situation für ein Schiedsrichtergespann kaum vorstellbar. (af)

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